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Handgeknüpfte Teppiche - Iran - Teppich Lexikon

Allgemeine Informationen über den Iran

Karte Iran Der Iran, früher als Persien bezeichnet, ist ein Staat in Westasien. Die Landschaft besteht zu mehr als 50 % aus Wüste, ist aber auch durch Gebirgs- und Weidelandschaft geprägt. Der Iran hat 75 Mio. Einwohner, von denen 98 % Muslime sind. Die Politik und das Leben im Iran sind stark durch den Islam sowie dem sogenannten Islamismus geprägt. Letzteres ist eine politische Ideologie, welche sich vom Islam ableitet und diesen als ganzheitliche Religion in allen Fragen des politischen Lebens zu Rate zieht. Die Wirtschaft wird größtenteils staatlich gesteuert. Die wichtigsten Wirtschaftsparten sind die Erdöl- und Erdgasvorkommen des Iran, gefolgt von Textilindustrie und Landwirtschaft.

Iran und der Teppich

Seit Jahrhunderten ist der Iran das Land des Teppichs und zwar des sogenannten Perserteppichs. Dieser ist ein Grundbestandteil persischer Kunst und Kultur. Zu den Perserteppichen gehört u.a. der Gabbeh Teppich, welcher ein traditionell handgewebter Teppich ist. Der älteste Teppichfund ist der Pazyryk, der aus dem 5. Jahrhundert vor Christus stammt und in Ostturkestan gefunden wurde. Wann genau die Knüpfkunst im Iran begann, ist jedoch unbekannt. Neben den Gebetsteppichen, die in allen islamischen Ländern eine besondere Rolle spielen, gibt es unter den Gebrauchsteppichen im Iran eine anderswo unerreichte Vielfalt an Mustern und Herstellungstechniken. Jede Region oder sogenannte Provenienz, die Teppiche herstellt, zeichnet sich durch ein ganz charakteristisches Muster aus.

Teppiche aus dem Iran

Perserteppiche sind Knüpfteppiche, bei denen entweder mit dem türkischen oder dem persischen Knüpfknoten gearbeitet wird. Halbnomaden und Nomaden brachten den Teppich nach Persien. Bei den Nomaden war der Teppich schon immer ein Gebrauchsgegenstand. Er diente zur Isolation und als Schlafunterlage. Gemein haben alle Muster die Motive, die beim Perserteppich häufig Blumen, Tiere, geometrische Figuren und Ornamente sind. Die wichtigsten Orientteppichgattungen, benannt nach ihren Provenienzen, sind: Ardekan, Belutsch, Bidjar, Gabbeh, Ghoum, Hamadan, Isfahan, Kaschmar, Keschan, Luri, Moudh, Nain, Sarough, Schiraz, Täbriz und Teheran.

Besondere Muster

Bei den persischen Teppichen gibt es spezielle, charakteristische Muster, die in mehreren Teppichgattungen vorkommen und auf den gleichen Ursprung zurück gehen. Die wichtigsten davon seien hier erklärt.

Herati

Herati MusterDas Herati-Muster ist eine Motivgruppe, bestehend aus einer Rosette, welche von einer Raute umrahmt ist. Diese wiederum ist von Lanzenblättern umrandet. Das Motiv ist in Herat entstanden, daher auch der Name Herati- Motiv. Es ist besonders bestimmend für die westiranischen Provenienzen.

Boteh

Boteh Muster Das Boteh- oder auch Mir- i – Boteh – Muster ist ein florales Motiv, welches sowohl bei persischen als auch teilweise bei kaukasischen Teppichen seine Verwendung findet. Es ist sehr dekorativ und filigran und lässt sich beschreiben als einen Palmwipfel, der in eine Richtung gebeugt ist, daher wird das Muster teilweise auch als Palmwipfelmotiv bezeichnet. Seine Abstammung hat das Muster jedoch wahrscheinlich von der Zypresse, die in vielen Gebieten der Kunst Persiens eine wichtige Rolle spielt.

Shah Abbas

Shah Abbas MusterDas Shah-Abbas- Muster ist benannt nach dem gleichnamigen Safavidenkönig. Es ist ein Allover-Muster, welches wohl erstmals in der Zeit des großen Orientteppichförderers und damaligen Königs von Persien entstand. Es besteht aus Palmetten und Rosetten, die sich in besonders geordneter Form über das gesamte Feld des Teppichs ziehen.

Nur mal so

Der Kyros-Zylinder, ein Text des altpersischen König Kyros aus dem 6. Jahrhundert vor Christus, gilt als die älteste allgemeine Erklärung der Menschenrechte.