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Kunstfaser ist nicht Kunstfaser - Qualitäten im Überblick

Wer sich mit dem Kauf eines Teppichbodens oder eines abgepassten Teppichs aus Synthetikfasern befasst, stellt sich schnell Fragen zur Optik, zur Haptik und natürlich auch zum Preis des neuen Bodenbelags. Alle drei Fragen beantworten sich vor allem aus dem verwendeten Material. Zur Erklärung wagen wir einen Exkurs in das spannende Feld der Chemie und die erstaunlich komplexe Produktionstechnik hinter unseren modernen Industriegarnen.

Teppichböden erfreuen sich mit ihren schallabsorbierenden, wärmenden und angenehm wohnlichen Eigenschaften weltweit großer Beliebtheit. Um der großen Nachfrage gerecht zu werden, wurden bereits im 19. Jahrhundert mit automatischen Produktionsprozessen und der Entwicklung von synthetischen Werkstoffen die Weichen für breite Verfügbarkeit und das für die Allgemeinheit bezahlbare Preisniveau geschaffen.

Eine besondere Rolle kommt dabei den Kunststoffen zu, aus denen das Garnmaterial gefertigt wird. Diese helfen nicht nur die Knappheit an natürlichen Rohstoffen wie Wolle oder Sisal zu überwinden, sondern können auch gezielt mit den gewünschten und möglichst optimalen Eigenschaften für einen Teppich ausgestattet werden. Die Forschung und Entwicklung bei der Fasertechnologie reißt nie ab und führt zu immer attraktiveren Böden. Im Zuge der Nachhaltigkeitsbewegung halten mittlerweile auch zunehmend recycelte und natürliche Komponenten Einzug in die Herstellung.

Der chemische Aufbau des Kunststoffes entscheidet über die Stärke der Fasern und im Gegenzug auch über die Elastizität und Rücksprungkraft. Für die gegenwärtige Generation von Teppichböden kommen überwiegend drei Arten von Kunststoffen zum Einsatz: Polypropylen, Polyester und Polyamid. Für die Garngewinnung werden diese sogenannten Polymere eingeschmolzen und in einem komplexen Verfahren in die Länge gezogen und zu Garn gezwirnt.

 Garnproduktion 

Selbst der Form der einzelnen Faserkomponenten kommt dabei eine Bedeutung zu. Je nach Ausprägung entsteht ein Boden mit dichteren Fasern mit Glanzeffekt oder einem Boden mit mehr Volumen und eher matten Glanz. Zusätzlich kann das Garn für mehr Sprungkraft gekräuselt und mit einer Wärmebehandlung (Heatsetting) veredelt werden.

Auch wenn diese zusätzlichen Aspekte und Veredelungsprozesse zum finalen Erscheinungsbild und der Gesamtqualität des Bodens beitragen, lassen sich Teppiche gut nach den verwendeten Materialien qualifizieren.

Nylon-Polymer

  • Polyamid: Gibt es den Formen Polyamid 6 (enthält 6 Kohlenstoffatome) und Polyamid 6.6 (zweimal 6 Kohlenstoffatome), aus der Textilindustrie auch besser bekannt als "Nylon". Polyamid macht die Teppichfasern flexibel und belastbar. Sie kehren daher viel besser zurück in ihre Ausgangsposition wodurch der Teppich angenehm weich, aber deutlich langlebiger wird. Bei Nylon wird dieser Effekt nicht nur nochmals verstärkt und um verbesserte Hitzebeständigkeit und Farbfestigkeit ergänzt. Die Anschaffung eines in der Erstanschaffung teureren Polyamid-Teppichs macht sich daher nicht nur aufgrund der besseren Haptik und Optik, sondern spart insbesondere aufgrund der deutlich besseren Haltbarkeit bereits mittelfristig bares Geld. 

 

  • Polyester: Bildet die gesunde Mitte. Zwar erreicht Polyester nicht die besondere Leistungsklasse von Polyamid, liegt jedoch in der Verschleißfestigkeit und in der Flexibilität deutlich vor Polypropylen. Freunde des Details unterscheiden zwischen dem gewöhnlichen Polyethylenterephthalat (PET) und dem etwas hochwertigeren Polybutylenterephthalal (PBT).

 

  • Polypropylen: Die Tatsache, dass der überwiegende Teil der Teppichböden und der synthetischen Teppiche aus Polypropylen gefertigt werden, unterstreicht, dass sich dieser Kunststoff grundsätzlich gut für diesen Zweck eignet. Dennoch ist Polypropylen im Vergleich zu den anderen beiden Polymeren deutlich simpler aufgebaut und härter, was sich nicht nur in einer trockeneren Haptik und etwas stumpferen Optik bemerkbar macht, sondern auch den Verschleiß erhöht. Je nach Menge des verwendeten Materials pro Quadratmeter nutzen sich Polypropylenböden daher teils zügig ab.

Polypropylen Polymer

Fazit: Hinter so etwas vermeintlich einfachen wie einer Teppichfaser steckt in Wirklichkeit eine jahrzehntelange Forschung und hochtechnologische Fertigungsprozesse. Wer die Möglichkeit hat und langfristig mit seinem Boden plant, tut sich einen Gefallen in die besseren Synthetikfasern zu investieren, da diese einen spürbaren Mehrwert bieten und über Jahre ihre Schönheit und Elastizität bewahren.

Garnrollen

 

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