Naturfaser Teppiche - Woll Teppich - Teppich Lexikon

Herkunft

Als Wolle werden die weichen Haare des Fells einiger Säugetiere bezeichnet. Die Bezeichnung Schurwolle besagt, dass es sich um Wolle handelt, die direkt vom Lebenden Tier stammt. Überall auf der Welt findet Wolle - besonders Schafswolle - seit Jahrtausenden Verwendung für Textilien. Heute leben etwa 40 % aller Schafe in Asien, 20 % in Afrika, 15 % in Ozeanien und nur weniger als 5 % in Europa und Amerika. Den eigentlichen Wollteppich gibt es in dem Sinne nicht. Für jede Form von Teppichen ist Wolle seit je her der wichtigste Grundstoff. Das gilt für Orientteppiche ebenso wie für europäische Teppiche.

Herstellungsweise

Zur Gewinnung von Wolle gibt es unterschiedliche Methoden. Die meisten Tiere werden wie Schafe geschoren. Kaschmirziegen, Angorakaninchen und allen Arten der Lamas wird das Fell ausgekämmt. Dabei lösen sich nur die Haare, die ohnehin schon sehr lose im Fell sitzen. Nach der Gewinnung wird die Wolle gewaschen, gefärbt oder gebleicht, bevor sie in der Spinnerei zu Garn verarbeitet wird. Das so entstandene Garn lässt sich dann z.B. zu Teppichen weiterverarbeiten. Dabei ist jede Verarbeitungsweise möglich und üblich, vom Handknüpfen der Orientteppiche und Handweben der europäischen Handwebware bis zum Handtufting und Maschinentufting moderner Teppiche aus der ganzen Welt.

Material / Muster / Farben

Teppich Lexikon Wollteppich

Die Farbe des Wollgarns hängt nur teilweise von der Fellfarbe des jeweiligen Tieres ab, denn häufig wird die Wolle mit natürlichen oder chemischen Mitteln gefärbt bzw. gebleicht. Ungefärbte Wolle hat Farben von Schneeweiß über Beige-, Braun- und Grautöne bis hin zu Schwarz und findet sich vor Allem in einfachen, traditionellen Nomadenteppichen, wie z.B. im Gabbeh Teppich oder im Berber Teppiche. Wollgarne gibt es in unterschiedlichsten Feinheitsgraden. Daher eignet sich Wolle sowohl zur Gestaltung subtilster Muster wie auch zur Verarbeitung grober und rustikaler Teppiche. Das Material Wolle hat natürliche Thermoregulations-Eigenschaften, denn Wolle besteht bis zu 85 % aus Luft und kann daher hervorragend Wärme speichern. Zudem nimmt Wolle nur sehr schlecht Schmutz an, knittert kaum und ist schwer entflammbar.

Nur mal so

Schafwolle enthält ein Fett, das sogenannte Lanolin. Vor der Verarbeitung wird es für gewöhnlich der Wolle entzogen, später, nach dem Waschen und der Veredelung der Wolle jedoch wieder hinzugefügt. Lanolin wird aber auch für kosmetische Produkte verwendet. Es ist zum Beispiel in der bekannten Babycreme Penaten enthalten.

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