Herkunft
Der Gebrauch von Sisalfasern beginnt erst im 19. Jahrhundert und findet seine Blüte im 20. Jahrhundert. Die Sisalfasern werden aus der Sisal-Agave gewonnen, die vor allem in tropischen und subtropischen Ländern vorkommt. Ursprünglich stammt sie wahrscheinlich aus Mexiko. Haupterzeugungsländer von Sisalfasern sind heute Brasilien mit über der Hälfte der Weltproduktion, Tansania, Mexiko, Kenia, Kolumbien und China.
Herstellungsweise
Die Sisalfaser wird aus der Blattrippe der Sisalagave gewonnen. Das geschieht im sogenannten Faseraufschluss, bei dem die trockenen Fasern vom eigentlichen Grundgewebe getrennt werden. Was früher von Hand gemacht wurde, passiert heute durch Maschinenarbeit. Zum Schluss werden die Sisalfasern gespült und getrocknet. Bevor die Fasern jedoch weiterverarbeitet werden, wird sortiert. Hierbei gelten die besonders hellen, widerstandsfähigen, aber glatten Fasern, als die Besten. Früher hat man Sisal besonders zur Herstellung von Seilen und Körben verwendet. In der Teppichproduktion ist wegen der groben Beschaffenheit und Widerspenstigkeit der Sisalfaser keine andere als die Webverarbeitung denkbar.
Material / Muster / Farben
Die Teppiche bestehen aus Sisalgarnen von unterschiedlicher Stärke und Feinheit. Dabei sind die hochwertigsten solche mit besonders stabilem Garn. Von Natur aus hat die Sisalfaser eine fast weiße Farbe. Die Garne werden jedoch oft mit Naturfarben eingefärbt, teilweise mit natürlichen Brauntönen, aber auch mit knalligen Farben. Der Sisal Teppich und die Teppichböden sind generell sehr robust und finden Verwendung im modernen Wohnzimmer, sowie in Treppenhäusern und Fluren, wo das häufige Begehen mit Schuhwerk besondere Anforderung an den Bodenbelag stellt.
Nur mal so
1964 war der Markt für die Sisalfaser fast eingebrochen, denn Kunstfasern verdrängten die Pflanzenfasern mehr und mehr. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts schleicht sich jedoch mit leisen Schritten die Weltölkrise an. Durch die steigenden Preise für Rohöl, welches der Gewinnung von Kunstfasern wie z.B. Polyethylen dient, hat sich die Sisal Produktion wieder erholt. Zudem legen heute immer mehr Verbraucher Wert auf ökologisch einwandfreie Produkte, was zu weiterer Beliebtheit von Pflanzenfasern, wie Sisal, beiträgt.
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