Herkunft
Keschan ist eine Stadt im Zentraliran an der alten Karawanenstraße zwischen Teheran und Ghom. Bereits im 12. Und 13. Jahrhundert blühte die Stadt unter der Herrschaft der Seldschuken auf. Besonders in der textilen Kunst, vor allem beim Seidengewebe, hatte Keschan damals einen hohen Stand erreicht. Im 17. Jahrhundert begann man dann mit dem Knüpfen von Teppichen. Außerdem hatte die Stadt eine eigene Seidenraupenzucht. All dies waren wichtige Voraussetzungen für die Teppichproduktion in Keschan. Allerdings sank die Bedeutung von Keschan nach der Besetzung durch die Afghanen.
Herstellungsweise
Einige der Keschan Teppiche sind historisch berühmt geworden und finden sich heute in Museen, wie der sog. „Wiener Jagdteppich“ im Museum für Völkerkunde in Wien und der „Holy Carpet“ im Victoria & Albert Museum in London. Heute zählen die Keschan Teppiche immer noch zu den hochwertigsten unter den Orientteppichen. Keschanteppiche werden mit persischem Knoten geknüpft, entweder aus Seide oder Wolle. Es wird in der Stadt selber, sowie in rund 80 umliegenden Dörfern, geknüpft.
Material / Muster / Farben
Kette und Schuss der Keschanteppiche bestehen aus Baumwolle, der Flor aus Wolle oder Seide. Früher gab es zudem den sogenannten Keschan-Kork, einen Flor aus den feinsten Flaumhaaren der Unterwolle. Die Muster sind fein, oft verwendet wird das Shah-Abbas- Muster. Dieses ist nach König Shah-Abbas benannt und besteht vornehmlich aus Palmetten und Rosetten und durchläuft den gesamten Teppich. Die am häufigsten verwendeten Farben sind Rot, Blau sowie Creme.
Nur mal so
Das zentrale persische Hochland gehört zu den ältesten Wiegen der Hochkulturen. Ein genaues Alter der Oase von Keschan lässt sich nicht bestimmen. Allerdings fanden Forscher Hinweise auf Häuser aus dem 6. Jahrhundert vor Christus.
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